Montag, 5. November 2012

Beim Kuenburger Mundschenk

Bevor ich letzten Samstag mit meiner fahrbaren Kemenate nach Werfen ins Salzburger Land fuhr, wollte ich doch noch eben meine Gasflasche im Wohnmobil austauschen. Obwohl sie - trotz der roten Leer-Lampe - immer noch Heizung, Boiler und Gasherd bediente, wollte ich nicht zu hoch pokern und sie erst leerverbrauchen lassen. Meiner inneren Stimme gehorchend fuhr ich zum Baumarkt. Der Gasmann, der sie annahm, prüfte sie noch hinten im Lager, brachte mir eine volle und sagte, der Ofen wäre mir mit dem Restchen nach 15 Minuten ausgegangen. Warum ich das so ausführlich schreibe? Ich glaube, da verstehen mich wohl eher die Frauen, die vor nichts mehr Angst haben als vor Kälte. Dann wär' ich gerade geschminkt und gewandet gewesen, dann geht mir womöglich gerade der Ofen aus und ich krabbel mit dem Oberkörper unters Bett in den Stauraum, um die kleine Ersatzflasche rauszukramen. Dann noch anschließen, dann komme ich noch mehr zu spät als ich es ohnehin immer tue. So hatte ich alles muckelig warm.

Bevor man in den kleinen Ort Werfen kommt, fahre ich immer rechts auf den Weg, wo man noch so schön mit dem Hund an der Salzach entlang gehen kann. Es war schon dämmerig, aber mein kleiner Fotoapparat gab doch noch ein Bild von der trutzigen Burg Hohenwerfen her. Dieser Anblick stimmte mich schon richtig auf einen gemütlichen Abend beim Mundschenk ein.

Burg Hohenwerfen im Salzburger Land - Abenddämmerung

Vor der mittelalterlichen Taverne begrüssten mich schon der Mundschenk zu Werfen mit seiner Gesponsin, die im profanen Leben Küchenmeisterin und Lehrerin der Kochschule im Ort ist. 

Küchenmeisterin Gabriele und der Mundschenk zu Werfen

Die Tische waren schön gedeckt. Die Kerzen leuchteten feierlich. Der Barde Hieronymus von Salzburg spielte mittelalterliche Lieder. Die Menuekarte war ein kleines Kunstwerk. Geschöpft von der Küchenmeisterin Gabriele.

Der feine Stich war auf Pergament gedruckt
Zur Vergrösserung auf's Bild klicken (Türkenbrühe = Kaffee)
Als die Türken 1529 das erste Mal vor Wien lagerten, brachten sie uns den Kaffee mit. Daher in der mittelalterlichen Ausdrucksweise Türkenbrühe oder Türkentrunk. Damit haben uns die Türken ein Geschenk bereitet.

Als dann das köstliche Essen aufgetragen wurde, kam ich vor lauter Essens-Wolllust gar nicht mehr darauf, meinen Fotoapparat herauszuholen. Als die Sinne dann befriedigt waren und der Leib voll von Kraut und Federvieh und anderen Köstlichkeiten, wollte ich wenigstens die Nachspeise bildlich festhalten.

Dessertvariation mit Besteck im Zimtkranz

Zwischendurch wurde natürlich musiziert. Auf dem Foto von links nach rechts:
Barde Hieronymus von Salzburg - die Flöte spielt der Hauptmann der Kuenburger Ritterschaft und den Dudelsack spielt Thomas, der älteste Sohn des Mundschenks:

Zur Vergrösserung auf das Bild klicken

Ein Schlückchen in Ehren kann niemand verwehren:
Marillenlikör mit halber Marille

Hier noch ein Foto mit Ritter Tassilo, der verschmitzt lacht. Naja, mit zwei Burgfrauen an der Seite geht's ihm auch gut.
Ich - Tassilo - Eva

Und wenn ich auf dem Foto mein Doppelkinn sehe, dann sei es mir nun verstattet, mich mit meinem üppigen Leib auf mein profanes Zimmerfahrrad zu setzen, damit ich von den äußeren Zeichen der Völlerei alsbald befreit werde.

Und morgen erzähle ich Euch von meinem Besuch im Wildpark Cumberland in der Grünau im Almtal.

Diximus!



Kommentare:

  1. Gisela, das sieht wieder alles sehr gemütlich aus. Und wieder "verführst" du die Leser mit den kulinarischen Köstlichkeiten. Mir läuft direkt das Wasser im Mund zusammen bei dem Nachtisch!!! Lecker!

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  2. Was ich nicht verstehe, es ist jetzt 22.36 Uhr gewesen und im Blog steht 13.36 Uhr! Was ist das, Sommer-, Frühling-, Herbst-, Winter- oder Marszeit?

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  3. Sehr nett, was Du über Deinen Besuch bei uns geschrieben hast! :-) Liebe Grüße aus Werfen und bis bald! Friedrich von Kuenburg und Freifrau Gabriele

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  4. Vielen Dank für die netten Kommentare! :-)
    Was es mit meiner Bloguhrzeit auf sich hat, verstehe ich auch nicht. Bei meinem Blog ist auch die Mitternacht eine andere. :D
    LG Gisela

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    1. Wenn Gisela die Zeitzone richtig einstellt stimmt das auch
      mit der Uhrzeit ;-)
      http://support.google.com/blogger/bin/answer.py?hl=de&answer=41963

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