Dienstag, 18. Juni 2013

Standkonzert in Waging am See

Jetzt im Sommer ist hier überall was los. Als ich letztes Wochenende auf dem Schloßberg in Tettelham zum Sonnwendfeuer war, lernte ich auch die Nachbarn des Hofbauern (klick) kennen, bei denen ich über Nacht mit meinem Wohnmobil stehen durfte. Sie sagten mir, daß am Montag in Waging die Blaskapelle im Ort spielt.
Ja, und dort war ich gestern Abend.

Und da ich nach so einer feuchtfröhlichen Feier nicht mehr nach Hause fahre, bin ich wieder mit meinem Mobil gekommen. Die Straße war schon zum Markt hin für den Verkehr gesperrt worden. 

Waging am See - Foto aus Wikipedia (klick)
Klickt auf das Foto, dann wird es größer. Dort, wo die Fähnchen über die Straße gespannt sind, da hatte die Musikkapelle Otting ihren Platz. Daneben hatte man eine schöne Schirmbar aufgestellt, die zur Gastronomie am Platz gehörte. Es war ein Sommerabend wie man sich ihn schöner nicht vorstellen konnte. Trotz der Wärme wehte ein feines Lüftchen durch die Straße.

Als ich den Musimeister (ja, das sagt man in Bayern so - ohne k) fragte, ob die Kapelle mal den  Rainermarsch (klick) spielen würde, setzte er mir gleich seinen Trachtenhut auf den Kopf und gab mir den Dirigentenstab in die Hand. Ich sollte dirigieren.

Blaskapelle Otting - Gisela dirigiert den Rainermarsch
Diese Musikkapelle hatte auch letzten Samstag zum Sonnwendfeuer gespielt. Mein Musikwunsch, doch wieder die Bayernhymne zu spielen, wurde mir verwehrt. Das Lied wird wirklich nur zu besonderen Anlässen gespielt. Ja, das verstand ich dann auch.


Schaut mal, bei dem Marsch stehen nach 2:02 min alle auf. Nun ja, wie sich das für so einen alten k.u.k. Regimentsmarsch gehört. Die Abkürzung k.u.k. steht für kaiserlich und königlich.

Und so saßen wir dann noch eine Zeit lang nett zusammen. Agnes und Hans, die ich ja am Samstag kennengelernt hatte, hatten mich am Sonntagmorgen mit meinem Hund von der Landstraße aufgegabelt. Ich war vorher durch einen Wald gewandert, bin in U-Form gegangen, weil ich vermutete, so wieder zu meinem Wohnmobil zu gelangen. Auf der Landstraße bin ich dann immer weiter gegangen, weil ich im Glauben war, gleich links durch den Wald wieder zum Hofbauern zu kommen. Zwischendurch bat ich schon eine Bäuerin, meinem Hund einen Topf Wasser zu geben. Und wann ich denn endlich wieder zum Schloßberg komme? Ach, das war in entgegengesetzter Richtung! Und ich mit diesen dünnen Flipflops an den Füßen, wo man so den Zeh durchsteckt. Und es war schon so heiß! Dann wollte ich ein Taxi anrufen, damit ich nicht wieder über den heißen Asphalt zurück muß. Da hatte ich aber keinen Empfang auf dem Handy! Also kehrt marsch!  Plötzlich hielt ein Kombi und Hans schaute aus dem Fenster, was ich denn in dieser Gegend machte und wohin ich wollte, fragte er. 
Nee, was war ich froh!!!
Den Hund hinten rein, ich auch, und dann fuhren mich Hans und Agnes die ganze Strecke wieder zurück zum Wohnmobil. Und wie weit ich mich entfernt hatte, das sah ich erst einmal auf der Rückfahrt! Was hatte ich für ein Glück!

Beim Standkonzert in Waging am See
Agnes und Hans haben einen schönen Bauernhof, der im Salzburger Barock-Stil erbaut ist und schon 1612 urkundlich erwähnt wurde. Die Milchviehwirtschaft haben sie vor Jahren aufgegeben. Diese Verordnungen und das ganze Gedöns mit den Auflagen, dazu hatten sie keine Lust mehr. Verständlich. Dafür vermieten sie nun an Urlaubsgäste. Sogar eine Sauna hat der Hof. Wer mal in der Region um Waging am See Urlaub machen möchte, hier füge ich mal den Link der Familie Kinhammer ein:

Urlaub auf dem Lapperhof (klick)

Die Homepage hat sogar eine Webcam! Hab da grad mal geschaut.

War schön gestern. So, das war's für heute. Bis morgen.  ;-)

Montag, 17. Juni 2013

Sonnwendfeuer auf dem Schlossberg

Letzten Freitag schwärmte ich doch so von meinem Besuch auf dem Schlossberg (klick) in Tettelham bei Waging am See. Am Samstag war ich dort zur Sonnwendfeier. Wie mit der Senior-Hofbäuerin ausgemacht, durfte ich mit dem Wohnmobil auf dem schön gepflasterten Platz stehen. 

Hier machte ich vom Schlossberg eine Aufnahme von oben. Wenn Ihr auf das Foto klickt, seht Ihr mein Mobil unten unter dem Baum neben dem Haus stehen. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Feier.

Blick vom Schlossberg in Tettelham zum Hofbauern
Das Wetter schien vielversprechend. Unter zwei Bäumen hatte sich die Musikkapelle (klick) von Otting niedergelassen.

Ottinger Blaskapelle bei der Sonnwendfeier in Tettelham
Immer mehr Gäste kamen den Hügel hinauf und passierten den sorgfältig aufgeschichteten Holzkegel, der mit Anbruch der Dunkelheit angezündet werden sollte.

Sonnwendfeier auf dem Schlossberg Tettelham
In Blickrichtung Kapelle und Friedenslinde füllten sich auch die Tische. Die Feuerwehrjugend half eifrig zusammen. Sie hatten vom Vorabend bis zum nächsten Tag aus dem stillen Schlossberg eine perfekte Feierfläche geschaffen. Mit Kabelverlegung und Wasserversorgung, und sogar den Toilettenwagen haben sie mit dem Traktor hinaufgezogen.

Sonnwendfeier auf dem Schlossberg zu Tettelham b. Waging
Auf dem Foto sind noch Plätze frei. Eine Stunde später war alles voll. An der Rückseite der kleinen Kapelle hatten sie die Bar aufgestellt.

Mitternachtsbar zur Sonnwendfeier auf dem Schlossberg
Alles war so schön vorbereitet und durchdacht. Was diese jungen Feuerwehrkameraden alles auf die Beine gestellt hatten, das war beachtlich!

Und dann kamen doch die dicken Wolken. Mit Einbruch der Dämmerung fing es leicht an zu tröpfeln. Schnell zündete man den großen Holzkegel an.
Frauenkörper mit Tierkopf
 Die Blaskapelle spielte dazu feierlich die Bayernhymne (klick).
"Gott mit dir, du Land der Bayern...". Ja, das war vielleicht feierlich! Am Ende dieser Geschichte füge ich ein YouTube-Video von der Bayernhymne ein, da kann man sich die Stimmung auf dem Schlossberg bei dem großen Sonnwendfeuer etwas vorstellen.


Blaskapelle Otting und Gäste bei der Sonnwendfeier

Kein Wunder, daß das große Feuer auf dem historischen Schlossberg gut erkennbare Figuren zeigte. War doch hier oben im Mittelalter die Gerichtsbarkeit!

Sonnwendfeuer:  Frau ohne Kopf
Ich fotografierte einfach mehrmals das Feuer.  Ich riet auch anderen neben mir dazu. Und zu Hause sollten sie mal sehen, was dabei herauskommt. Und eine Hitze ging von dem großen Feuer aus! Das hatten sie schon toll gemacht von der Ottinger Feuerwehr (klick).

Sonnwendfeuer: Königin oder Madonna?
Lieber Limes, ich weiß, ich habe wieder zu viel Fotos in eine Geschichte gepackt. Aber ich konnte jetzt keines davon weglassen. Habe mich schon bemüht. ;-))

Zum Schluss hören wir noch gemeinsam die schöne Bayernhymne.


 
Oh nee, sorry, ich habe mich vertan!   ;-))

Hier die richtige Bayernhymne:


Ich bin richtig süchtig nach dieser Hymne!! Jetzt hole ich meine Wanderschuhe raus und schnappe mir mein Schätzelein, um zum Königssee zu fahren.

Sonntag, 16. Juni 2013

Was vom Ufersitz noch übrig blieb

Im April erzählte ich Euch doch von dem schönen Ufersitz an der Salzach, den ein Mann für seine Frau und sich gebaut hatte. In meiner Geschichte habe ich auch Fotos davon eingefügt. Zur Erinnerung klickt mal diese Überschrift an:

Das Haus von Nico und Gunda (klick)

Gestern wanderte ich mit meinem Santos wieder zu dieser Stelle, um nach dem Sitz zu schauen. Natürlich sah ich schon von Weitem, daß das Hochwasser ihn mitgerissen hatte.

Bilder zum Vergrößern anklicken.

Salzach bei Laufen/Obb.
Dann ging ich über die dicken Steine und suchte das Ufer ab, ob nicht doch noch etwas von dem Sitz zu sehen ist.

Treibgut nach Hochwasser an der Salzach
Da lag so ein gelbes Brett auf einem Stein. Ich meinte mich zu erinnern, daß das doch mit dem Ufersitz verbaut gewesen war. Ich drehte es um, es war aber keine Beschriftung darauf. Dann ging ich weiter und wurde fündig.

Rest vom Ufersitz an der Salzach
Oh nee, wie traurig! Der liebevoll gezimmerte Ufersitz war weg. Was übrigblieb, war das Brett mit der freundlichen Einladung, daß Besucher herzlich willkommen seien. 
Und darunter: bitte bitte nicht zerstören!!! Daran hat sich das Hochwasser leider nicht gehalten. Wie gnädig, daß es dies Brett stehen gelassen hat.

Nico und Gunda, nehmt dies als Zeichen, einen neuen Sitz zu bauen!

In jedem Ende liegt ein neuer Anfang  (Miguel de Unamuno y Yugo)

Samstag, 15. Juni 2013

Von Grassamen, Regenbogen und Erdkröten

Es ist Wochenende, ich mach's kurz. Gleich hole ich mein Wohnmobil aus dem Unterstand, und heute Abend geht's zum Sonnwendfeuer.

Bei meinem abendlichen Gassigang gestern sah ich nach langer Zeit mal wieder einen wunderschönen Regenbogen.

Fotos zum Vergrößern anklicken.

Regenbogen im Regen
Nach dieser Aufnahme drehte ich mich um und nahm dies auf:

Abendsonne über dem Ainringer Moor
Es regnete den berühmten Salzburger Schnürlregen. Ich mag keinen Regen, aber ich hatte auf meiner gerodeten Fläche im Garten Grassamen ausgestreut. Und auf der inzwischen vor Trockenheit rissigen Erde kam mir der zarte Regen gerade recht.

Um Mitternacht ließ ich nochmal Santos zum Beinheben in den Garten. Da lag vor meinem alten Schlitten, auf den ich kürzlich den Blumenkasten gab, eine Erdkröte.


Erdkröte vor Giselas Haus

Schaut mal, Kröten hatten im Mittelater sogar eine Bedeutung:
Die Kröte als Schutzgeist des Hauses (klick)

Nun habe ich auf meinem Fotoapparat endlich das Blümchen am Wählrad gefunden. Das bedeutet wohl, daß man mit dieser Einstellung Nahaufnahmen machen soll. Das hat geklappt. Hätte ich das mal vor zwei Monaten bei der Made im Baum (klick)  so gemacht, die wäre schärfer geworden. Egal, vorbei.

Da ich mehrere Aufnahmen von der Kröte machte, kam Santos und schaute neugierig und erblickte die Kröte. Bevor er zu nah daran ging, sagte ich nur: nich, geh' da wech! Und er blieb weg.
Schön, wenn ein Hund auf so normale Ansprachen reagiert. Das ist wohl auch der Unterschied zwischen Zwingerhunden und Hunden, die Tag und Nacht um einen herum sind. 

Und bevor ich mich ins Wochenende verabschiede, zeige ich Euch noch eben den Blick aus meinem Bürofenster auf meine nichtvorhandene Zaunseite. Da habe ich die Tage alles saubergemacht und Grassamen ausgesät. Die Steinreihe ist übrigens eine Lauffläche für meinen Santos. Wenn da wieder der neue Zaun ist, dann entsteht durch seine Patrouillengänge nicht so ein matschiger Erdstreifen. Bei Sauwetter bringt der Hund einem sonst den ganzen Dreck ins Haus. Mit dem Steinweg ist das Problem gelöst.

Blick vom Fenster in meinen Garten
So, und nun freue ich mich auf heute Abend. Und am Montag bringe ich Euch dann wieder eine neue Geschichte mit.

Freitag, 14. Juni 2013

Die kleine Kapelle auf dem historischen Schlossberg

Es ist ein kleiner Hügel in dem kleinen Ortsteil Tettelham der Gemeinde Waging am gleichnamigen See.  Wenn man dort so über die Landstraße fährt, nimmt man ihn erst gar nicht wahr. Zweimal bin daran vorbeigefahren.

Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.

Schlossberg in Tettelham bei Waging am See
Ich fuhr auf den Hof des Bauern, der unterhalb des Schlossberges ist. Die Kinder führten mich zu ihrer Mutter, die mit ihrer Schwiegermutter draußen bei Kaffee und Kuchen saß. Ich erkundigte mich nach dem Sonnwendfeuer kommenden Samstag und ob ich wohl mit meinem Wohnmobil auf dem gepflasterten Hof stehen dürfe, wenn ich komme. Die beiden Frauen waren so nett und lustig, sie boten mir sogar an, daß ich unten am Haus der Schwiegereltern stehen darf, da hätte ich wenigstens meine Ruhe. Beide Bäuerinnen haben übrigens  eine Ausbildung zur Meisterin in landschaftlicher Hauswirtschaft. 

Der Sohn der Bäuerin, Christoph (18), fuhr gerade rückwärts mit dem Traktor in den Kuhstall. Hinten dran hing noch ein voller Graswagen. Da hab ich nicht schlecht gestaunt, wie souverän er das gemacht hat. Als er den Motor abgestellt hatte, fragte ich ihn, ob ich auf der Güllegrube stehenbleiben dürfe. Ich durfte.

Ich ging mit Santos den Feldweg hinauf zum 559 m hohen Schloßberg. Ca. 150 Jahre vor Christi Geburt hatten sich in der Gegend schon die Kelten niedergelassen.
Im Hochmittelalter erbauten die Herren von Tettelham auf diesem Hügel eine Burg. Im 14. Jhd. war sie unter dem damaligen Salzburger Erzbischof der Sitz für die Gerichtsbarkeit. Nach einem Brand wurde die Burg zwar wieder aufgebaut, als jedoch das Gericht nach Waging kam, wurde sie dem Verfall preisgegeben.

Der Erzbischof verpachtete dann dem Bauern den Schloßberg mit der Burgruine. Die Nachfahren brannten aus den verbliebenen Burgsteinen Kalk, den sie gut verkaufen konnten. Und so zahlten sie nach und nach Hof und Schloßberg an den Klerus ab.

Nach dem 1. Weltkrieg pflanzten Kriegsheimkehrer  im Jahre 1919 auf dem Schloßberg eine Linde, die sie Friedenslinde nannten.
Im 2. Weltkrieg, am 25. Februar 1944, stürzte ein abgeschossener US-Bomber auf den Schloßberg. Dabei wurde die Friedenslinde von der Tragfläche schwer beschädigt. Eine dicke Narbe im Stamm zeugt noch davon. Alle sechs Fliegersoldaten des Bombers konnten nur noch tot geborgen werden.

Der damals 17jährige Andreas Seehuber (klick)  erlebte im elterlichen Haus, das nur ein paar Meter vom Schloßberg steht, dieses schreckliche Ereignis hautnah mit. Diese furchtbare Erinnerung hat ihn all' die Jahre nicht losgelassen.

Im Jahre 1947 wurde auf dem Schloßberg die Friedenskapelle erbaut. Sie sollte an die vielen jungen Gefallenen erinnern, die im Zweiten Weltkrieg geblieben sind.
 
Friedenskapelle mit Friedenslinde auf dem Hügel


Friedenskapelle mit Glockentürmchen
Im Eingang lag ein Gipfelbuch. Ich setzte mich damit auf die Bank. Als ich den Buchdeckel aufschlug, las ich Folgendes:


Links schrieb der Enkel, rechts die Großmutter

Was war das lieb! Nee, ich war ganz berührt von dem Geschriebenen. Die wunderschönen Zeilen der Seniorbäuerin, die genau das beschrieben, wie man sich gerade in der Stille und mit dem Ausblick fühlt und dann die Kinderschrift, die dazu auffordert, an der Schnur zu ziehen, damit die Glocke läutet.

Ich ging um die Kapelle und fand die Schnur.


Glockenschnur an der Kapellenwand
Fast traute ich mich nicht zu ziehen. Erst ganz vorsichtig, dann kam der erste Glockenton, dann kräftiger, und das Glöckchen läutete und läutete in die Stille des Schloßberges, daß ich richtig ergriffen war. Ich mein', ich hab' noch nie so eine Glocke geläutet. Aber es wird ja hier ausdrücklich darum gebeten. Und so machte ich das auch.

Ich setzte mich wieder auf die Bank und schrieb etwas in das Gipfelbuch. Dann las ich die vier Din-A-4-Seiten, die Andreas Seehuber zur Geschichte und Entstehung geschrieben hat.
An diesem magischen Ort vergißt man die Zeit und möchte nicht mehr weg.


Friedenslinde - gepflanzt 1919
Dann nahm ich noch die schöne Linde auf dem Hügel auf, die ihren Schatten auf die Wiese warf.


Bereit für das Sonnwendfeuer
Die Freiwillige Feuerwehr Otting hat schon das Holz für das Sonnwendfeuer aufgestellt. Da will ich dabei sein, wenn das angezündet wird. Die Feuerwehr sorgt am Samstag auch für Speis' und Trank. Das wird bestimmt schön.

Auf dem Weg zum Hof drückte ich die Eisenzunge der Viehtränke ein, damit Wasser in die Schale lief, für Santos.


Wässerchen für's Schätzelein
Dann besuchte ich noch Anneliese, die Jungbäuerin, um mich zu verabschieden. Sie war gerade im Stall und hörte sich meine Schwärmerei von dem magischen Ort an. 
Anneliese Seehuber vermietet auch an Sommerfrischler, hier ihre Homepage:
Bei'm Hofbauer (klick)

Ich fuhr die paar Meter runter zur Seniorbäuerin, die mir angeboten hatte, mein Mobil am Samstag auf ihrem Platz abzustellen.

Originale Mauersteine der ehemaligen Burg vom Schloßberg
Ein schönes, schattiges Luxusstellplätzchen für mein Wohnmobil! Trefflicher geht's nicht! Von dort ist es nicht weit zum Schloßberg.
Ich freu' mich kaputt!

Ich löcherte Frau Seehuber dann noch mit Fragen. Und so erfuhr ich, daß ihr Mann, Andreas Seehofer, vor Jahren die Angehörigen der abgeschossenen US-Soldaten in Amerika ermittelte. Ihn hatte das schreckliche Erlebnis nicht losgelassen. Er hatte eine schwarze Eisentafel fertigen lassen, auf der die handgeschriebenen Namen der gefallenen Fliegersoldaten stehen. Diese wurde dann anlässlich eines deutsch-amerikanischen Freundschaftstreffens 1988 feierlich in der Kapelle angebracht.




Zwei Kameraden der gefallenen Fliegersoldaten lebten 1988 noch. Zu den Familienangehörigen der umgekommenen US-Soldaten hat die Familie Seehuber noch heute ein herzliches Verhältnis. 

Die Tochter eines der Soldaten ruft noch heute an jedem Heiligabend um eine bestimmte Uhrzeit bei den Seehubers an. Dann singen sie alle gemeinsam am Telefon das weltberühmte Weihnachtslied "Stille Nacht, Heilige Nacht".




Schlossberg von Tettelham (klick)

Donnerstag, 13. Juni 2013

Der Bergblumengarten

Gestern schrieb ich doch über das Sühnekreuz (klick), welches ich am Feldweg fand. Nicht weit von dort geht es von der Landstraße aus auf den Högl (klick), einem dicht bewaldeten Höhenrücken. Das ist so eine meiner Sommerwanderstrecken mit dem Hund, weil es dort durch die vielen Bäche im Wald immer schön kühl ist.

Hier ist auch ein Ausgangspunkt für Wanderer, die auf die Steineralm (klick) oder den Hochstaufen (klick)  gehen wollen.

Für meinen einstündigen Gassigang reicht aber hier der halbstündige Marsch den steilen Waldweg hinauf, bis zu diesem Bergblumengarten, und dann wieder die halbe Stunde runter.





Diesen schönen Garten hatte vor Jahren ein Ainringer Bürger angelegt, der aber schon verstorben ist. Er war der Onkel des ehemaligen Motorradrennfahrers Peter Öttl (klick).


Er legte den schönen Bergblumengarten an
Zum Gedenken errichtete man Matthäus Öttl ein schönes Wegekreuz auf einem Naturstein, da er viel in der Natur und den Bergen unterwegs war.


Gedenkstein für einen beliebten Bürger


Bergblumengarten am Högl bei Piding
Von oben aufgenommen, sieht man den Wanderweg, an dem der Garten angelegt ist. Rechts runter gehts wieder zum Waldparkplatz. Und links rauf zur Steineralm.

Bergblumengarten am Högl
Ja, da habe ich Euch jetzt mal mitgenommen auf einen meiner Spaziergänge. Es ist nichts Besonderes, aber nun kennt auch ein Leser aus Hamburg oder Bozen den kleinen Bergblumengarten, der in der Nähe der Autobahnausfahrt Piding/Berchtesgaden ist.

Das hat doch auch was!  ;-)

Mittwoch, 12. Juni 2013

Das Sühnekreuz

ist noch ein Relikt aus dem Mittelalter. Tötete jemand einen Menschen im Affekt, so wurde vor dem 13. Jhd. die Gerichtsbarkeit gar nicht eingeschaltet. Mit dem Aufstellen eines Sühnekreuzes seitens des Täters wurden damals Blutfehden wegen eines Mordes oder Totschlags zwischen zwei verfeindeten Parteien beendet.

Es gibt Karten, die auf aufgestellte Sühnekreuze in ganz Deutschland und Europa verweisen. Oft ist auch die Mordwaffe in das Kreuz gemeißelt worden, dem der Entleibte zum Opfer fiel.
Etwas Geschriebenes hätten die Bauern doch nicht lesen können.

Eine Auflage für den Täter war es zum Beispiel, den Leichenschmaus zu berappen oder den Hinterbliebenen eine Entschädigung  zu zahlen. In manchen Gegenden durfte der Mörder auch diesen Ort für einige Jahre nicht mehr besuchen, mußte ganz wegziehen. Oder er durfte den Hinterbliebenen ein Leben lang nicht mehr unter die Augen treten.

Erst im Jahre 1533 unter Kaiser Karl V trat an Stelle dieser privaten Abmachungen das ordentliche Gericht in Kraft. Der Täter wurde nach der neuen Gerichtsbarkeit verurteilt.

Über diese Sühnekreuze habe ich schon viel gelesen. Es gibt sogar eine Seite dazu:

Sühnekreuze und Mordsteine (klick)

Und hier sind sogar Bilder zu den Sühnekreuzen (klick).

Und hier, ganz interessant:
Als Totschlag noch per Vertrag geregelt wurde (klick)

Gestern wanderte ich mit meinem Santos in Anger-Aufham entlang eines Baches. Es ist ein alter Feldweg, der - inzwischen schön gepflastert -  als Lauf- und Radstrecke ausgebaut wurde.

Da steht tatsächlich so ein Sühnekreuz!
Draufklicken, dann wird's größer.

Sühnekreuz am Feldweg in Aufham
Bei der Gelegenheit sah ich auch das Totenbildchen eines ehemaligen Landwirts und Ringers aus Anger, den ich noch kannte. Dieser soll vor Jahren das Kreuz dort errichtet haben, weil da mal irgendwas vor vielen Jahren gewesen ist. Das möchte ich doch mal wissen.

Durch Telefonate mit der Gemeinde, die ich vorhin führte, verwies man mich auf den dortigen Heimatpfleger, der mir bestimmt eine Auskunft darüber geben kann, warum dieses Sühnekreuz dort am Wegesrand steht.

Sobald ich etwas darüber weiß, füge ich es dieser Geschichte an.

Nachsatz:
Soeben telefonierte ich mit der Frau des Kreisheimatpflegers. Der Bauer, der jetzt tot ist, fand dieses Kreuz neben der Ache (Bach) im Gebüsch auf seinem Grund. Es ist ein Original aus damaliger Zeit und aus Untersberger Marmor gemacht worden. Daß das wohl Untersberger(klick) Marmor ist, erkannte ich schon selbst, weil der Gedenkstein für meine Hunde im Garten genauso eine Farbe hat. Die Gemeindeverwaltung hat das Steinkreuz dann gereinigt und ihm den holzgeschützten Platz gebaut.

Was es aber mit dem Sühnekreuz auf sich hatte, das konnte nicht mehr ermittelt werden. Und so steht es jetzt da am Feldrand und erinnert an eine Moritat im Mittelalter. 

Ach, und jetzt bekam ich noch einen Rückruf. Der Cousin des verstorbenen Bauern sagte mir, das Kreuz sei am Russen-Dümpfel (=Tümpel) gefunden worden. Ich fragte, warum das so heißt. An dieser Stelle in der Ache hätten sich damals im Zweiten Weltkrieg immer die russischen Gefangenen waschen müssen. Aber mehr konnte er mir auch nicht dazu sagen.

Oh nee, das wird ja immer kurioser!
Ich bleib dran.