Donnerstag, 16. Mai 2013

ORGEL UM FÜNF

In Bad Reichenhall ist jetzt wieder jeden Freitag in der Evangelischen Stadtkirche ein halbstündiges Orgelkonzert. Das ist so wunderschön, dass ich fast jede Woche dorthin fahre. Letzten Freitag war ich mit meiner Freundin Falka aus dem Ritterbund da.

Der Kantor Matthias Roth tritt vor seinem Orgelspiel vorne an den Altar, um seine zu spielenden Stücke zu erklären. So kann man wirklich manche Abschnitte besser zuordnen. Zum Beispiel das Stück des französischen Komponisten Olivier Messiaen (1908 - 1992)  "L'Ascension" - "Die Himmelfahrt". 
Das Orgelstück wird am Ende immer höher. Bis es sozusagen im Himmel ist. 
So wird diese Musik auch für jemanden besser verständlich, der sonst mit Klassik und besonders Orgelmusik nichts am Hut hat.

Als der Kantor anfing mit Toccata d-moll von Dietrich Buxtehude (1637-1707), da hatten nach ein paar Sekunden wirklich alle Zuhörer die Augen geschlossen. Dieses barocke Orgelspiel, in dem wohl sämtliche Register gezogen wurden, überströmte uns mit leichter Gänsehaut.

Am Ende des Konzerts kann man dann einen freiwilligen Geldbetrag am Ausgang in ein Körbchen legen.
Wer es also nicht weit hat, nach Bad Reichenhall zu fahren, der soll sich diesen Genuss einmal gönnen. 
Da ich von der Kirche nur ein einfaches Foto von der Orgelempore mitgebracht habe, füge ich am Ende meiner Geschichte das wohl bekannteste Stück von Johann Sebastian Bach ein. 

Evangelische Stadtkirche Bad Reichenhall
Der Kantor und Organist steht oben links neben den Kerzen. Wenn man genau hinschaut, sieht man ihn. Hier bedankt er sich für den Applaus.

Also, morgen ist wieder Freitag. Bad Reichenhall, Ev. Stadtkirche, gegenüber vom alten Spielkasino, gegenüber vom Kurpark, daneben ist ein großer Parkplatz.

Und nun kommt Bach, der auch sämtliche Register zieht:



Mittwoch, 15. Mai 2013

Salzburger Festspiele und Hundeprüfung

Tja, was hat das miteinander zu tun? Das will ich Euch hier mal anhand alter Fotos zeigen. Ich versuche immer, aus irgendwelchen Situationen einen Nutzen für andere Begebenheiten vorzubereiten. So auch damals, als ich mit meinem Ferro im Sommer die Begleithundeprüfung machte, als zeitgleich die Salzburger Festspiele waren. 
Ich hielt z.B. auf Wanderwegen Fahrradfahrer an, um kurz mit ihnen zu plaudern, damit sich mein Hund währenddessen neben mein Knie setzt und den Radfahrer ignoriert. Das erklärte ich dann auch dem verdutzten Mann. Dann sagte ich:
"Vielen Dank, jetzt können Sie wieder weiter fahren".
Was der von mir dachte, war mir egal. Hauptsache, ich hab meinen Hund bis zur Prüfung so weit. 
Diese Hundeprüfungen sind für mich immer Stress pur, da ich ja eigentlich gar kein richtiger Hundesportler bin. Aber die Prüfungen mache ich schon aus rechtlichen Erwägungen.

So fingen dann auch Ende Juli wieder die Salzburger Festspiele an. Eine Woche später sollte die Prüfung auf dem Hundeplatz sein. Was hab ich gemacht? Ich schnappte mir meinen Ferro und fuhr die paar Kilometer rüber nach Salzburg. Vor dem Festspielhaus ist vor der Vorstellung immer ein Promi- und Gästeauflauf. Man plaudert, steht an den Sekttischen, alle haben gute Laune, man wartet auf den ersten Gong. 
Meine Übung dort war es, mit dem Hund normalen Schrittes durch die Menschenmenge vor dem Festspielhaus zu flanieren. 
Bei Fuß - Kehrtwende - rechts - links - stehenbleiben usw. Mein Ferro war ein Traum bei diesen Übungen! Nun wollte ich noch mit ihm in die Gruppe von Menschen, die lachten, plauderten und nach verschiedenen Parfüms rochen. Ich kaufte mir ein Glas Sekt an einem der Stände, suchte mir illustre Leute für das Foto aus und sprach sie an:
"Pardon, gestatten Sie mir ein Gruppenfoto mit Ihnen? Ich möchte meinem Züchter zeigen, wie gut sich mein Hund schon in der Menschenmenge zeigt. Außerdem brauche ich diese Übung für die Prüfung kommende Woche". 
Ja, das fanden sie toll! Einen anderen Passanten fragte ich noch eben, ob er uns knipst, und schon war das Bild im Kasten.

Mit Sekt und meinem Ferro und Festspielgästen in Salzburg
Dann folgte eine Woche später die Prüfung. Eine Unterordnungs-Disziplin ist dabei, durch die Gruppe zu gehen, wo sich Menschen laufend bewegen. Dabei darf der Hund keine Notiz von ihnen nehmen, er muß bei mir am Knie bleiben. Auf den Bildern sieht man meine Angespanntheit richtig. Der Prüfer sagt leise "Gruppe", dann rufe ich den Hundekameraden zu: Gruppe bitte!

Im Laufschritt durch die Gruppe - Hundeprüfung
Dann geht man langsam durch die Menschen, die laufen mir auch einfach über den Weg, aber der Hund muß bei mir bleiben. Dann im Laufschritt, dann stehen bleiben, der Hund muß absitzen.

Bei der Hundeprüfung, Absitzen in der Gruppe

Auf diesem Foto bin ich grad mal fünzig, sehe aber vor Angespanntheit aus wie siebzig! Ich habe diese Fotos nie hergezeigt. Aber jetzt, nach 11 Jahren, ist das auch schon wurscht.
Der Prüfer, Bernhard Babel, steht hinter mir mit seiner Schreibtafel, der im blauen Hemd. Der war sehr nett.
 
Ende der Hundeprüfung, geschafft!
Bei meinem Santos war ich wieder genauso aufgeregt. Nee, das werde ich wohl nicht mehr machen. Wenn Santos mal nicht mehr ist, dann nehme ich mir einen Rottweiler, der ein Scheidungshund ist oder so. Oder der zwar seine Prüfungen hat, sonst aber zum Hundesport keine Lust zeigt. Der hat dann das schönste Leben bei mir. 
Aber bei diesen Fotos kommt der ganze Stress wieder hoch. Ich weiß, meine HundekameradInnen, die das hier lesen werden, lachen sich wieder kaputt. 

Mal sehen, ich hab noch Fotos vom Autorennen am österreichischen A1-Ring. Das war lustig! Da hab ich auch einen Blödsinn gemacht.
Aber das erzähle ich Euch dann später.

Montag, 13. Mai 2013

Mit dem Wohnmobil nach Chemnitz

Es war zu Ostern 2002. Ich hatte gerade 14 Tage mein neues (gebrauchtes) Wohnmobil. Und da ich mir mal ein paar Städte in den neuen Bundesländern anschauen wollte, machte ich mir vorher in der Küche einen Plan. Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Meissen und Dresden. Auf dem Rückweg gemütlich durch das Vogtland.

Die damals noch holprigen Strassen raubten mir den letzten Nerv. Vor fast jedem Schlagloch in der Fahrbahn musste ich eine Vollbremsung machen. Wenn ich vergaß zu bremsen, klapperten Geschirr und Gläser in den Schränken. Der 110 L-Frischwassertank schwappte hörbar, ich war naßgeschwitzt!

Auf der breiten Hauptstrasse in Chemnitz nahm ich mir vor, mich nicht allzulange in dieser Stadt aufzuhalten. Aber diesen riesigen Kommunistenkopf, der da vor so einer Häuserwand steht, den wollte ich doch unbedingt sehen. 

Vor einer Ampel fragte ich vier Jugendliche in ihrem Auto:
"Sagt mal, wo ist denn hier dieser Kopf, der da an der Straße steht, dieses Mahnmal?".
"Was'n für'n Mahnmal?".
"Ja, hach nee, ich komm' jetzt nicht drauf, dieser Kommunistenführer mit dem strengen Gesicht, wie heißt der nochmal?". - Nee, mir war das richtig peinlich.
Dann fiel mir wieder der alte Stadtname ein, da sagte ich dann Karl Marx.

"Och deer, ja da fahrense...".

Ich bedankte mich noch schnell, die Ampel ging auf Grün, und ich gab wieder Gas. Ich hörte aber noch, wie einer der Jungs sagte:
"Mahnmal is jut!".
"Aber recht hat'se", sagte der andere.

Karl-Marx-Mahnmal in Chemnitz
    
Nun muß man verstehen, ich wuchs im Ruhrgebiet in den Jahren des Wirtschaftswunders auf. Durch meine Prägung vom Elternhaus war das Wort Kommunismus sowas Schlimmes wie eine unheilbare Krankheit. Dazu die ewigstrenge Miene dieses Karl Marx, er hatte für mich was Gruseliges.

Und so fand ich dann direkt vor dem großen Kopf eine Parknische für mein 6,20 m langes Wohnmobil. Ich nahm meinen damaligen Ferro mit hinaus, setzte ihn neben den Kommunistenführer, drückte einem Bürger meine Kamera in die Hand...knips...und fertig.
Und dann bin ich ganz schnell aus der Stadt gefahren. Richtung Leipzig. Dort fand ich dann einen großen Parkplatz hinter dem bekannten Polizeigebäude (Soko Leipzig) und blieb dort zwei Tage. In Leipzig wurde ich vom Mittelaltervirus infiziert. Und dort war ich auch in der Thomaskirche und hörte den Thomanerchor. Ja, das waren dann wieder andere Erlebnisse.

Und wenn ich mein Wohnmobil mal für eine Weile verlasse, dann übernimmt mein Hund das Steuer. Einbrecher suchen sich was Bequemeres aus für ihre Geschäfte.

Ferro im Wohnmobil
Meinem Hund gestatte ich es, dort zu sitzen. Ich habe jetzt natürlich auf beiden Sitzen Schondecken, damit die Pilotsitze keinen Schaden nehmen. Und so sitzt er da schön und schaut sich die Gegend an und wartet auf sein Frauchen. Er soll sich schließlich bei mir wohl fühlen.

Sonntag, 12. Mai 2013

Als die Türken damals Wien belagerten

da ließen sie uns im Abendlande nicht nur den Mocca, den Kaffee und gute Gewürze da. 
Nur für die, die damals im Geschichtsunterricht gerade krank waren:
Die erste Türkenbelagerung in Wien war im Jahre 1529 unter Sultan Süleyman I dem Prächtigen. Die zweite (erfolglose) Belagerung durch das Osmanische Reich erfolgte 1683.

Bei Ausgrabungen in der Steiermark fand man unter den hinterlassenen Gegenständen der Osmanen auch eine türkische Davul (klick) . Das ist eine zweifellige Rahmentrommel, die im gesamten orientalischen Raum verbreitet ist.

Ich erzählte doch hier von unserem Kapitel im Ritterbund, wo wir zur musikalischen Begleitung des Abends die Musici "Schulmeyster und Gefolge" zu Gast hatten. Der Trommler hatte so eine nachgebaute Davul, auf der er uns vorspielte.

Musici Schulmeyster und Gefolge
Als Robert im Burghof auf seiner Davul trommelte, schrieb unser Wohlweiser (Cancelarius) dazu:

Mit großer Sorge hatten manche schon auf die gar große Trommel gesehen und sich gefragt, wie das wohl im Gewölbe auszuhalten sei. Aber – gar sanft, ja liebevoll wurde das Musikgerät „gestreichelt“ und die Sassenschar spendete dem „Schulmeyster und seinem Gefolge“ lauten Beifall. Bestens geleiteten sie musikalisch durch das Kapitel. 

Robert Grabowsky mit Davul
Ein Sasse, der zum Kapitel geladen war, schrieb die vorherige Ansprache des Schulmeysters mit, der uns vor dem Spiel die Geschichte zu dieser türkischen Trommel erzählte:



Bei unserem letzten Generalkapitel untermalte musikalisch das Ensemble Schulmeyster & Gefolge - bestehend aus 
Franz Mettauer, altösterreichischer Dudelsack, Maultrommel
Harald Soyka, Geige und
Robert Grabowsky, Davul

Währenddes Dudelsack und Geige in der Mittelalters- und Volksmusikszene bekannte Instrumente sind, erregte Roberts Davul mein Interesse. Auf dieser wurde nicht nur, wie ich das schon oft gehört, im ewig gleichen Rhythmus eingedroschen, sondern mit verschiedenen Klangfarben fein gerührt.

Als Grenzland war die Steiermark mehr als fünfundzwanzigmal den Einfällen türkischer Heere oder doch wenigstens einzelner Streifkorps derselben ausgesetzt. Die kaiserliche Armee stand dem ziemlich hilflos gegenüber, weil ihre Teile an anderen Brennpunkten der Verteidigung dringend benötigt wurden. Die Bevölkerung griff zur Selbsthilfe, und beherzte Männer verhauten an strategisch günstigen Stellen Wege und Stege, in der Hoffnung, ein Eindringen der feindlichen Scharen - wenn nicht schon zu verhindern - so doch zu verzögern. 
An einer dieser heute noch sogenannten Türkenschanzen standen sich wehrhafte Dorfbewohner und eine kräftige Schar osmanischer Reiter samt Fußsoldaten gegenüber. Deren Reiterei teilte sich. Ein Teil versuchte die Wegsperre kleinräumig zu umgehen, der andere Teil zog sich zurück, um neue, unverhauene Wege zu erkunden. Die Steiermärker erkannten diese Aufsplitterung der feindlichen Truppen, wagten einen Vorstoß und waren darin so erfolgreich, dass die Feinde Hals über Kopf unter Hintanlassung ihrer Habe flohen.  
Unter den zurückgelassenen Gebrauchsgegenständen fand sich auch eine Rahmentrommel, eine türkische Davul mit weitem hölzernen Corpus. Diese war mit zwei unterschiedlichen Fellen bespannt. Die rechte dünnere Seite wird mit einer Gerte geschlagen, die linke tiefere mit einem Klöppel. Durch geschickte Wendung des Gurtes als Schräghängung bietet die Davul auch den Einsatz als Landsknechtstrommel, wie wir sie in Europa seit der Renaissance kennen.

Auf noch nicht bekannten Wegen geriet diese Davul in das Museum Joanneum in Graz und bald in Vergessenheit. Obwohl diese Trommelart über die Janitscharenmusik in die österreichische Militärmusik Eingang fand und als Vorbild bei der Erfindung als Bass-Drum bei der Entwicklung des Jazz-Schlagzeuges stand.

Nun gibt es in Wien einen Instrumentenbauer, der sich als Trommelhersteller einen guten Ruf erworben hat. Dieser ganz in seinem Metier aufgehende Mann hörte von dieser Davul, maß sie genau ab und baute sie liebevoll nach allen Regeln seiner Kunst nach.
Robert ist es gelungen eine Rekonstruktion dieser Facharbeit zu erwerben und spielt sie aus Herzensfreude.
Für mich als Zuhörer ist es vergnüglich, den verschiedenen Klangfarben und Schlagtechniken dieser Davul mit seiner kriegerischen Geschichte zu lauschen, deren Aufgabe es einst war, den eignen Leuten Mut einzuflößen, die Feinde aber in Angst und Schrecken zu versetzen.
- Ende der Ausführungen des Sassen von dieser Kapitelmusik.


Da ich im magischen Netz keinen Film fand, worin
Janitscharen ihre Trommelkünste zeigen, stelle ich Euch hier mal die Kampftrommler von der Landshuter Hochzeit vor. Eine einminütige Kurzfassung. So könnt Ihr ungefähr vergleichen, wie sich das anhörte:

 
Diese Trommeln sind zwar anders als die türkische Davul. Der Zweck des Trommelns ist aber gleich.
  
 

Freitag, 10. Mai 2013

Steine schleppen + graben + umtopfen = Rücken

Das ist ein schönes Gefühl, wenn man abends sagen kann, man hat viel geschafft! Zuerst topfte ich zwei große Geranien um, dann ein Bäumchen, anschliessend rodete ich am Zaun eine freie Fläche für meinen Hund, damit er von da besser die Strasse überblicken kann, und dann entsorgte ich die gerodeten Gartenabfälle. Da war ich schon geschafft.
Fläche von Gestrüpp und Totholz befreit
Da, wo jetzt nur die Erde ist, kommen für Santos schöne Steinplatten hin, dann hat er die kleine Strasse schön im Auge. Der Zaun ist nicht schön, erfüllt aber als Festungswall seinen Zweck.

Dann schaute ich auf einen Trittstein, der von Baumwurzeln hochgedrückt worden war. Meine Rottweilerfreundin Karin sagte schon jedesmal, ich soll das wegmachen. Wenn da mal jemand stolpert und hinknallt! - Jetzt konnte ich ihn selbst nicht mehr sehen. Ich holte mir die Schaufel und drückte den schweren Stein unter Anstrengung und Hebelgesetz aus der Erde.

Stolperstein in meinem Garten
Und auf dem folgenden Bild seht Ihr das Ergebnis.

Ausgewechselter Trittstein
Ich habe den dicken Stein kaum an die Seite bekommen, so schwer ist der. Damals hatte mein Freund die Platten verlegt. Ein Superschwergewichts-Ringer. Für ihn war das keine Aktion. Aber ich bekam das Teil kaum hoch!

Dann hatte ich einmal den Anfang mit den Platten. Ich machte weiter. So habe ich dann vier neue Trittsteine ordentlich verlegt. So richtig mit dem Ausstechen der Erde. Dann kam ich mal mit dem Spaten nicht durch. Unter dem Gras war noch so ein Riesenstein, den ich gerade mal halb hoch bekam und seitlich auf den Boden warf. Der zersprang zum Glück in der Mitte. So konnte ich die zwei Teile später besser wegräumen. 

Gisela hat neue Platten verlegt
Aber bei dem ersten dicken Stein, da musste ich runtergehen wie bei der Kniebeuge, wo man die Langhantel im Nacken hat. Dann langsam und mit geradem Rücken hoch, dann ab in den Schuppen damit. Also echt, ich bin froh, dass ich so gut drauf bin. Aber gestern habe ich wirklich übertrieben.

Dann stand meine liebe Nachbarin am Zaun. Sie meinte, ich soll Schluss machen mit der Arbeit. Sie hätte was Leckeres für mich. Ob ich nicht auf ein Piccolöchen rüber kommen möchte. - Oh, gerne!


Meine liebe Nachbarin ruft mich zum Piccolöchen
Da schmiss ich den Spaten hin und ging sofort rüber. Dreckig wie ich war. Wir plauderten über alles Mögliche, dass sich die andere Nachbarin plötzlich nicht mehr schminkt und mit grauen Haaren rumläuft. Wer mit wem ein heimliches Verhältnis hat, wer gestorben ist...usw.  - Und dann ging ich mit dem leckeren Tiramisu, welches sie selbstgemacht hatte, wieder rüber in meine Villa Kunterbunt.

Köstliches Tiramisu meiner Nachbarin

Das Tiramisu hatte ich heute Morgen auf meiner Waage. Egal!
Draussen regnet es den typischen Salzburger Schnürlregen. Gut, dass ich gestern was im Garten gemacht habe. Was weg ist, ist weg.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Ein Sonntag im Mai

Manchmal bekomme ich so einen Rappel. Da denke ich, was muß ich doch mal im früheren Leben ein guter Mensch gewesen sein, daß ich im Berchtesgadener Land leben darf. Um glücklich zu sein, braucht man keine Reichtümer zu besitzen. Ich habe so ein vergriffenes Seidenbüchlein mit chinesischen Weisheiten, darin steht unter anderem:

Glücklich ist, wer ohne Krankheit,
reich, wer ohne Schulden.

Das trifft vollumfänglich bei mir zu.

Mit Santos am Gasthaus Sonnenhang in Anger/Obb.
Einige Stunden vorher hatte mich die Bundespolizei in Bad Reichenhall angerufen. Ich hatte mein österreichisches Handy verloren. Ein Radfahrer hatte es dort abgegeben. Was war ich doch so froh! Dann bin ich mit Santos über den Högel gewandert, von wo ich auf's Tal und die Berge schauen konnte. 

Während ich mir ein Radler aus der Gaststube holte, hatte ich meinen Hund an einen Baum festgemacht und ihm seine große Schüssel Wasser hingestellt. Ein neugieriges Schaf schaut ihm beim Trinken zu. Na?, dachte ich so, das Schaf ist aber ganz schön mutig!





Da Santos sich gelassen zeigte, war ich nicht so nervös. Dann kamen sich die beiden aber vorsichtig näher.




Das Schaf hatte aber auch Nerven! Aber dann kam sich das ungleiche Paar so nah, daß sich ihre Nasen berührten.

Gib Küsschen!
Da wurde ich aber doch etwas nervös. Ich machte den Reissverschluss an der Leckerchenabteilung der Bauchtasche auf. Das Geräusch hielt Santos dann von weiteren Schmusereien mit dem Schaf zurück. Ich meine, man muß es ja nicht zum Äußersten kommen lassen!

Es  zogen dicke Wolken über den Untersberg, der wie ein riesiger Sarkopharg in der Landschaft steht. Ich machte, daß ich nach Hause kam.

Weiden in Anger mit Untersberg, Schlafender Hexe, Fuderheuberg
Als ich die dicke Eichentür meines Bauernhauses schloss, schüttete es wie aus Eimern. Auch das ist Glück, dann rechtzeitig daheim zu sein.

Das ist übrigens das Gasthaus Sonnenhang, von wo man so einen schönen Blick hat:

Montag, 6. Mai 2013

Unwetter im Berchtesgadener Land

So schnell es kam, so schnell ist es auch wieder vorbei.
Nur konnte ich heute meinen Rasen nicht zuende mähen. :-(
Überm Untersberg war der Himmel schon schwarz, als ich noch schnell meinen elektrischen Rasenmäher rausholte. Ich gab richtig Gas beim Mähen! Dann hatte ich die Hälfte der Wiese geschafft, da donnerte es gewaltig und die ersten Hagelkörner klackten auf das Blech meines Rasenmähers. Da war ich dann aber doch bange und hab schnell den Stecker rausgezogen.

Gewitterwolken
Als ich dann Kabel und Rasenmäher im Schuppen verstaut hatte, musste ich noch schnell die Fenster vom Panda schließen. Das Unwetter kam so schnell, dass ich mich noch so gerade nassgeregnet auf die Hausbank setzen konnte. Von da habe ich mal die Hagelkörner aufgenommen. Waren nur kleine Körner.

Mairegen bringt Segen - und manchmal auch Hagel

Was mir aber bei so einem Wetter für pinkelnde Hunde gefährlich erscheint, ist so eine Verkabelung einer Parkplatzlampe:

Elektrokabel an Parkplatzleuchte
Daran wollte mein Santos gestern das Bein heben, da hab ich ihn aber ganz schnell weggezogen. Ich erinnerte mich daran, dass mal in der Zeitung ein Bericht stand, wo ein hochdekorierter Ausstellungs-Deckrüden-Pekinese an eine Laterne pinkelte, mit dem Strahl an Masse kam und umkippte wie 'ne Fliege. Der war sofort tot! Und sein Frauchen auch fast vor Schreck. Nee, das muss ich nicht haben.

Der Himmel klart auf. Morgen mähe ich den Rest. Eilt ja nicht.